ADMS Admin Lab
Modul 03 · Active Directory DS: Wald, Domäne, OU

Benutzer, Gruppen und AGDLP

10 Minuten·Modul 3 von 12

Ein Konto, mehrere Namen

Ein Benutzerkonto in AD hat nicht „einen Namen“, sondern mehrere – jedes mit anderem Zweck:

AttributBeispielWofür
CN (Anzeigename)Anna SchmidtAnzeige in Listen, E-Mail-Clients
sAMAccountNameanna.schmidtAnmeldung (Windows 2000 und älter kompatibel)
userPrincipalName (UPN)anna.schmidt@corp.labAnmeldung mit Domänen-Suffix, Microsoft-365-Login
distinguishedNameCN=Anna Schmidt,OU=Benutzer,...Eindeutige Position im Baum

Der sAMAccountName ist max. 20 Zeichen lang, darf keine Sonderzeichen wie @ enthalten und muss domänenweit eindeutig sein. Der UPN darf doppelt vorkommen, solange das Suffix anders ist.

Hinweis

Im Labor erzeugt die App den Anmeldenamen automatisch aus dem Anzeigenamen (Anna Schmidt → anna.schmidt). Du kannst ihn im Dialog überschreiben.

Gruppenbereiche – wann welcher?

BereichMitglieder ausVerwendbar in
Globaleigener Domäneallen Domänen des Waldes (als Mitglied)
Domänenlokaleigener Domäne + andere Domänennur eigener Domäne (für Berechtigungen)
Universalallen Domänen des Waldesallen Domänen (Vorsicht: Global Catalog)

Dazu der Typ: Sicherheit (für Berechtigungen) oder Verteilung (nur E-Mail-Verteiler, keine Berechtigungen).

AGDLP – die Regel, die Aufräumarbeit spart

Accounts → Global groups → Domain local groups → Permissions

Konkret:

  1. Benutzer kommen in globale Gruppen – nach Rolle, nicht nach Ressource (GG_Sales).
  2. Globale Gruppen kommen in domänenlokale Gruppen – nach Ressource (DL_Share_Sales).
  3. Die domänenlokale Gruppe bekommt die Berechtigung (NTFS, Freigabe).

Warum der Umweg? Weil Berechtigungen dann an eine Gruppe gehängt sind. Kommt ein neuer Vertriebsmitarbeiter, fügst du ihn zu GG_Sales hinzu – fertig. Kein Rechte-Dialog, kein Risiko, eine Freigabe falsch zu setzen.

Merke

Faustregel: Benutzer nie direkt berechtigen. Immer über Gruppen. Wer Benutzer direkt in ACLs einträgt, hinterlässt beim Offboarding verwaiste Berechtigungen.

Typische Fehler

  • Gruppen nach Personen benannt (Gruppe_Max) – skaliert nicht, niemand weiß, wofür sie steht.
  • Universal-Gruppen überall – bläht den Global Catalog auf, wenn sie nicht gebraucht werden.
  • Verteilergruppen für Berechtigungen – funktioniert nicht, kostet eine Stunde Fehlersuche.
  • Konten im Container CN=Users vergessen – keine GPO, keine Delegation, kein Aufräumen.

Jetzt üben

Die drei Aufgaben zu diesem Modul findest du unten. Sie laufen im Labor – dort baust du die OU-Struktur, legst Konten an, verschiebst sie und füllst eine Gruppe.